Was braucht die Trauer?

Trauer braucht Zeit – Raum – Ausdruck und Gemeinschaft

  1. Zeit
    Für die Dauer der Trauer gibt es kein vorgefertigtes Zeitfenster. Sie ist unter anderem abhängig von der Beziehung die der Trauernde zu dem Verstorbenen hatte, von der momentanen eigenen Lebenssituation, vom Alter des Verstorbenen, der Art des Sterbens, der Kultur oder der Religiosität. Auch ob ein Abschied stattgefunden hat oder nicht, beeinflusst die Trauer. Die Trauer verändert sich im Laufe der Zeit, verschwindet aber nie ganz
  2. Raum
    Die wenigsten Hinterbliebenen haben die Möglichkeit, sich für die Zeit der Trauer aus dem Alltag zurückzuziehen. Sie müssen wie bisher weiter „funktionieren“. Deshalb braucht es einen Raum für die Trauer. Wobei „Raum“ nicht im Sinne des Wortes zu sehen ist, sondern vielfältige Ausdrucksweisen finden kann. Es kann ein Trauertisch, eine Tagebuch, eine besondere Stunde des Tages, ein regelmäßiges Treffen oder ein Ritual sein. Es kann aber auch der Besuch einer Trauergruppe oder eines Trauercafès sein.
  3. Ausdruck
    Alle aufkommenden Gefühle müssen durchlebt und dadurch verarbeitet werden. Der Trauernde selbst weiß am besten, was er gerade benötigt. Etwas Fröhliches, Gespräche, eine Umarmung etc..  Hierbei ist zu beachten, dass zum Beispiel eine nicht gewollte Umarmung keine persönliche Ablehnung darstellt, sondern gerade die für den Trauernden nicht erträgliche „Nähe eines anderen Menschen“ ausgedrückt. Auch das Malen von Bildern, Schreiben von Gedichten, Musizieren oder Werken mit Holz und Stein sind Möglichkeiten, der Trauer Ausdruck zu verleihen.
  4. Gemeinschaft
    Trauernde brauchen jemanden, dem sie immer wieder das Er- und Durchlebte erzählen können. Mit dem sie Erinnerungen teilen und bei dem sie ihre Verzweiflung ausdrücken können. Oftmals ist die Familie, der Freundeskreis, Nachbarn oder Arbeitskollegen nur eine gewisse Zeit gewillt, sich mit dem Thema zu befassen, danach soll alles möglichst schnell wieder „beim Alten“ sein. Qualifizierte Trauerbegleiter sind hier von unschätzbarem Wert. Gemeinsame Tätigkeiten wie Gottesdienste oder Gesprächskreise sind gemeinschaftsfördernd.

 

 

Nur Mut

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